Eines der wiederkehrenden Themen des gM Blog ist die Frage in wie weit der Metal in unserer Gesellschaft “angekommen” ist bzw. in wie weit er gesellschaftlich akzeptiert wird. Ein weiteres tragisches Ereignis liefert nun einen weiteren Beweis, dass der Metal seinen “Tabu Status” verliert.
Wie sonst ist es zu erklären, dass sich “Die Welt” als durch und durch bürgerliche Tageszeitung in ihrem Online-Ableger so detailliert mit dem Tod von Slipknot Bassist Paul Gray auseinandersetzt? Zwar stammt Die Welt aus dem Axel Springer Verlag, der auch den Metal Hammer auflegt, doch trennen die beiden Zeitungen normalerweise im wahrsten Sinne des Wortes Welten.
Weiterhin erstaunlich ist, dass zumindest in diesem Kontext Slipknot nicht mit den üblichen Prädikaten “skandalös”, “kontrovers” oder “jugendgefährdend” belegt wird, sondern die trauernden Bandmitglieder als trauernde Menschen und als Künstler skizziert und anerkannt werden. Ein Schulterschluss mit den einstigen “Schmuddelkindern” der Metalszene?
Auch wenn der Metal niemals um Anerkennung in der Mitte der Gesellschaft bitten wird (eher das Gegenteil), wäre es doch zumindest ein positiver Funke aus dieser traurigen Angelegenheit, wenn die Medien der gesellschaftlichen Mitte den Künstlern unseres geliebten Musikstils künftig weiterhin so fair, offen und unvoreingenommen entgegentreten würden, wie es in diesem journalistischem Beispiel der Fall ist.
In diesem Sinne
ByH!
Gunnar
Gunnar am 19. Juli 2010 in Allgemein, Bands*